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Periarthropathia genu

Die Periarthropathia genu ist oft eine Begleiterscheinung oder Frühsymptom der Gonarthrose (Femuropatellar-, Tibiofibular-, Panarthrose), wobei vor allem die dekompensierte Arthrose durch eine ausgeprägte Periarthropathie gekennzeichnet ist. Gelegentlich tritt sie auch im Zusammenhang mit einer posttraumatischen Arthropathie, insbesondere einer Meniskopathie, auf.
Das Kniegelenk kann eine ausgeprägte Mischung von Symptomen erkrankter Sehnenansätze, Bänder und Bursen zur Folge haben. Je mehr mechanische Störungen des Kniegelenkes, vor allem eine Gelenksinkongruenz oder -instabilität, vorliegen, umso ausgeprägter sind die periartikulären Irritationszustände.
Klinisch im Vordergrund stehen Beschwerden wie sie für Tendopathien, Ligamentosen, Periostosen, Tendomyosen und mitunter auch Bursopathien charakteristisch sind.
Bei der klinischen Untersuchung auffallend sind Druckschmerzen der Ligg. patellae, collaterale fibulare und tibiale, der Sehne des M. rectus femoris, des Retinaculums patellae mediale und laterale, der Insertionsstellen der Mm. tibialis anterior, soleus, biceps femoris, semimembranosus, des Pes anserinus und des Tractus iliotibialis; des Weiteren die präpatellaren Bursen, die Bursa infrapatellaris profunda, die Bursa an der Tuberositas tibiae, die poplitealen Bursen sowie die Periostumschlagstellen an der Patella und an den Femurepikondylen druckschmerzhaft.
Die Entzündungswerte sind normal.
Röntgenuntersuchungen der Kniegelenke im Stehen zeigen mehr oder weniger ausgeprägte, degenerative Veränderungen. Außerdem lassen sich Weichteilverkalkungen und Ansatzossifikationen nachweisen.
Mittels Ultraschall können minimale Reizergüsse und Bakerzysten dargestellt werden.

Im Akutstadium kommen physikalische Maßnahmen mit dosierter Kälteapplikation, der lokalen Applikation von NSAR, ev. auch im Rahmen einer Iontophorese, sowie passive Bewegungsübungen zum Einsatz. Mitunter ist auch der Einsatz von Analgetika erforderlich.
Bei Vorliegen einer entzündlichen Aktivierung des Kniegelenkes kann durch die intraartikuläre Glukokortikoid-Gabe eine Besserung der Beschwerden und damit ein frühzeitiger Beginn mit einer Krankengymnastik erreicht werden. Lokale Infiltratonen der Muskelinsertionsstellen können ebenfalls eine rasche Besserung erreichen.
Wichtig ist ein langfristiges Behandlungskonzept mit Anstreben einer Körpergewichtsreduktion und mit einem gezielten Muskelaufbau.